Termine

Nächste Veranstaltung der Fachgruppe

Montag, 17. September 2018, 18.30 - 20.00 h

Leistungsklassen und Geschlechtertests. Die heteronormative Logik des Sports

Der Sport ist bis heute eine Sphäre männlicher Dominanz und heteronormativer Geschlechtervorstellungen. Das zeigt die anhaltende Debatte über Geschlechtertests im Leistungssport ebenso wie die deutliche Unterrepräsentanz von Sportlerinnen in den Medien.

In ihrem Vortrag zeigt Karolin Heckemeyer, wie sich diese heteronormativ-hierarchische Ordnung in Bestimmungen internationaler Sportorganisationen und in Auseinandersetzungen von Athletinnen mit den Regeln des Sports (re-)produziert und legitimiert. Die Leistungsklasse Geschlecht erweist sich dabei als eine Struktur, die es für zukünftige Visionen eines geschlechterinklusiven Sports kritisch zu hinterfragen gilt.

Referentin: Dr. Karolin Heckemeyer

Literaturempfehlung: Heckemeyer, K. (2018). Leistungsklassen und Geschlechtertests. Die heteronormative Logik des Sports. Bielefeld: transcript verlag.

Veranstaltungsort
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie KJPP, Universität Zürich, Neumünsterallee 3, 8032 Zürich

Nächster Sitzungstermin der Vertiefungsgruppe

Montag, 20. August 2018, 18.30 - 20.00 h

Veranstaltungsort
Universitätsspital Zürich USZ (wie gewohnt)

 

Nächster Sitzungstermin der Steuergruppe

Noch offen

Veranstaltungsort
Universitätsspital Zürich USZ (wie gewohnt)


Veranstaltungen

21. Juni 2018

Geschlechtervielfalt

Die Geschlechtervielfalt ist in den letzten Jahren inner-
und ausserhalb der Psychiatrie ein zentrales Thema
geworden. Bisher herrschende dichotome Geschlechterordnungen werden hierbei in Frage gestellt. Dies löst nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei den Fachpersonen neue Fragen und auch Ängste und Unsicherheiten aus.
Diese Weiterbildungsveranstaltung soll diese Fragen
konkretisieren und vielleicht auch mögliche Antworten
liefern. 

Von der Fachgruppe dabei Dr. med. David Garcia Nunez & Dr. phil. Myshelle Baeriswyl

Flyer

Veranstaltungsort: Luzerner Psychiatrie, Weiterbildungszentrum lups, Klinik Luzern, Areal Kantonsspital 11, 6000 Luzern

Zeit: 14.-16.45 Uhr

Moderation: Dr. med. Julius Kurmann

22. Juni 2018

«Wo er war, soll sie werden». Das trans* Tabu in der Psychoanalyse

Die Betrachtungsweise der Psychoanalyse zur Geschlechterfrage darf - im besten aller Fälle - als entschlossen ambivalent bezeichnet werden. Hatte sich Freud bereits in frühen Schriften, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit Geschlechterkonzepten bemüht, so wurden trans* Personen im Verlauf der Zeit einem hermetischen cis*-hetero-normativen unterzogen. Unterschiedliche gesellschaftliche, wissenschaftliche und klinische Impulse haben zur Lüftung des trans* Tabus und zur Que(e)rung bisheriger Unvereinbarkeiten geführt. Diese moderne psychoanalytische Perspektive bildet die Basis für die heutige Begleitung von geschlechtervarianten Personen in ihrem medizinischen und/oder sozialen Angleichungsprozess.

Link zur Veranstaltung

Veranstaltungsort: Freud-Institut Zürich, Seefeldstrasse 62, 8008 Zürich

Zeit: 20.30 Uhr

Referent: Dr. David Garcia


Literaturhinweise

VSAO-Journal. Das Magazin des Verbandes Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte. 4-17. Identität.

mit Originalbeiträgen von Mitgliedern der Fachgruppe Trans* Link

Jenseits der tradierten Axiome

Viele Gesellschaften sind durch eine Geschlechterordnung geprägt, welche nur zwei Kategorien kennt: Mann oder Frau. Multiple Alltagserfahrungen führen dazu, dass dieses binäre Denksystem kaum hinterfragt wird. Gleichwohl suchen zunehmend mehr Personen medizinische Hilfe, da sie
sich dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht zugehörig fühlen.
Dr. med. David Garcia, Leiter Schwerpunkt für Geschlechtervarianz, Universitätsspital Basel

PDF David Garcia

Belastung statt Betreuung

Die Beziehungen von trans* Menschen zum Gesundheitssystem sind hoch belastet. Während ihrer Transition erleben sie medizinisch-psychiatrische Institutionen oft als krank machende Stressoren.
Beginnend mit der psychotherapeutischen Begleitung bis hin zu medizinischen Versorgungsleistungen
und Spitalaufenthalten. Das Gesundheitswesen ist noch immer nicht vorbereitet auf trans* Menschen.
Dr. phil. Myshelle Baeriswyl, Psychologin und Sexualpädagogin

PDF Myshelle Baeriswyl

 

Pauli, D. (2017). Geschlechtsinkongruenz und Genderdysphorie bei Kindern und Jugendlichen. PSYCH up2date 2017; 11 (6): 529-543. Georg Thieme Verlag.

Artikel von Dr. med. Dagmar Pauli, Chefärztin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Mitglied Fachgruppe Trans*:

PDF

 

Esther Hutfless & Barbara Zach (Hg.): Queering Psychoanalysis. Psychoanalyse und Queer Theory – Transdisziplinäre Verschränkungen. Wien, Zaglossus, 2017.

Die Psychoanalyse stellt eine wichtige Behandlungsmethode im psychotherapeutischen Feld dar und ist eine einflussreiche Stimme in den kultur- und geisteswissenschaftlichen Diskursen unserer Zeit.
Kritische Auseinandersetzungen, insbesondere ausgehend von feministischen und queeren Theorien, werden von der Psychoanalyse kaum aufgegriffen und es gibt innerhalb der psychoanalytischen Theorie und Praxis wenig Bewusstsein für die in ihr wirkenden patriarchalen und heteronormativen Diskurse. Die Psychoanalyse wird daher in den aktuellen Debatten um Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen meist nicht als adäquater theoretischer Zugang wahrgenommen.
Dieser Sammelband möchte einen produktiven Dialog zwischen Psychoanalyse und queeren Theorien im deutschsprachigen Raum initiieren, die unhinterfragten heteronormativen Paradigmen innerhalb der Psychoanalyse dekonstruieren, aber auch wichtige Impulse für das Aufgreifen psychoanalytischer Ansätze in queeren Theorien liefern.

 

Zeitschrift für Psychiatrie + Neurologie. Schwerpunkt Trans*. 1/2018

Mit Beiträgen der Fachgruppenmitglieder Myshelle Baeriswyl, Dagmar Pauli, Britta von Stumberg, Niklaus Flütsch, Davis Garcia Nunez, Patrick Gross, Udo Rauchfleisch, Alecs Recher, Hannes Rudolph u.a.

Alle Texte als PDF downloadbar unter:

https://www.rosenfluh.ch/psychiatrie-neurologie-2018-01

 

Scheunemann, K. (2018). Expert_innen des Geschlechts? Zum Wissen über Inter*- und Trans*-Themen. Bielefeld: transcript.

Muss eine Person Inter* oder Trans* sein, um als Expert_in für Inter*- oder Trans*themen anerkannt zu werden? Oder darf sie dies auf keinen Fall, da sie ›objektiv‹ sein muss? Und welche (Gefühls-)Arbeit müssen Expert_innen des Geschlechts alltäglich leisten, um im eigenen Geschlecht und/oder als Expert_in anerkannt zu werden? Verliert der professionelle Expert_innenstatus zunehmend an Deutungsmacht? Anhand von Interviews mit Aktivist_innen und Therapeut_innen räumt Kim Scheunemann mit dem Vorurteil auf, dass ausschließlich Inter*-oder Trans*personen sich mit Geschlecht auseinandersetzen (müssen) und stellt in Frage, ob es objektive Expert_innen des Geschlechtes überhaupt geben kann.