2018

5. Februar 2018

Trans* Swiss Studie: Lebensqualität und psychische Gesundheit von transitionierten trans* Personen

Dr. David Garcia

Grundsätzlich besteht in der Medizin ein breiter Konsens darüber, dass Transitionsmassnahmen die Lebensqualität und die (psychische) Gesundheit von trans* Personen verbessern. In der Literatur wurde bisher hingegen wenig über die mittel- bis langfristigen Auswirkungen dieser medizinischen Behandlungen berichtet. Besonders spärlich ist zudem die Datenlage zur Situation der schweizerischen trans* Bevölkerung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie hat sich der Schwerpunkt für Geschlechtervarianz am Universitätsspital Basel mit diesen Fragestellungen auseinandergesetzt. Im Rahmen des Vortrags werden die Resultate der Untersuchung vorgestellt und die wichtigsten Schlussfolgerungen erörtert. Hierbei wird insbesondere auf die Situation von nicht binären Personen eingegangen werden.

14. Mai 2018

„Ohne euch hätte ich das nie geschafft...“ Transgender Network Switzerland (TGNS): Vom Aufbau einer community-basierten Organisation für trans Menschen in der Schweiz

Stefanie Hetjens und Henry Hohmann, TGNS

Der 2010 gegründete Verein Transgender Network Switzerland (TGNS) ist Sprachrohr und Lobbyorganisation von Transmenschen in der Schweiz. Nicht nur die Mitgliederzahlen haben sich seit der Gründung 2010 von gut 30 auf ca. 500 erhöht, auch das Angebot wurde ständig ausgebaut: So werden neben der von Anfang an durchgeführten Peer-to-Peer-Beratung für Kinder und Erwachsene eine florierende Rechtsberatung, verschiedene Austauschgruppen für Angehörige oder eine Jugendgruppe angeboten. TGNS organisiert die mittlerweile grössten Transtagung im deutschsprachigen Raum, hat ein Projekt für trans Menschen in der Arbeitswelt aufgebaut, betreibt aktiv Medienarbeit und ist in Politik und Gesellschaft gut vernetzt.

Im Vortrag wird auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einer vielfältigen „Community“ eingegangen und ein Blick auf die künftigen Ziele geworfen.

20. August 2018

Expert_innen des Geschlechts? Zum Wissen über Inter*- und Trans*-Themen 

Muss eine Person Inter* oder Trans* sein, um als Expert_in für Inter*- oder Trans*themen anerkannt zu werden? Oder darf sie dies auf keinen Fall, da sie ›objektiv‹ sein muss? Und welche (Gefühls-)Arbeit müssen Expert_innen des Geschlechts alltäglich leisten, um im eigenen Geschlecht und/oder als Expert_in anerkannt zu werden? Verliert der professionelle Expert_innenstatus zunehmend an Deutungsmacht?

Anhand von Interviews mit Aktivist_innen und Therapeut_innen stellt Kim Scheunemann heraus, dass nicht ausschließlich Inter*-oder Trans*personen sich mit Geschlecht auseinandersetzen (müssen) und stellt in Frage, ob es objektive Expert_innen des Geschlechtes überhaupt geben kann.

Referent_in: Dr. Kim Scheunemann

Literaturempfehlung: Scheunemann, K. (2018). Expert_innen des Geschlechts. Bielefeld: transcript verlag.

Veranstaltungsort
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie KJPP, Universität Zürich, Neumünsterallee 3, 8032 Zürich

17. September 2018

Leistungsklassen und Geschlechtertests. Die heteronormative Logik des Sports

Der Sport ist bis heute eine Sphäre männlicher Dominanz und heteronormativer Geschlechtervorstellungen. Das zeigt die anhaltende Debatte über Geschlechtertests im Leistungssport ebenso wie die deutliche Unterrepräsentanz von Sportlerinnen in den Medien.

In ihrem Vortrag zeigt Karolin Heckemeyer, wie sich diese heteronormativ-hierarchische Ordnung in Bestimmungen internationaler Sportorganisationen und in Auseinandersetzungen von Athletinnen mit den Regeln des Sports (re-)produziert und legitimiert. Die Leistungsklasse Geschlecht erweist sich dabei als eine Struktur, die es für zukünftige Visionen eines geschlechterinklusiven Sports kritisch zu hinterfragen gilt.

Referent_in: Dr. Karolin Heckemeyer

Literaturempfehlung: Heckemeyer, K. (2018). Leistungsklassen und Geschlechtertests. Die heteronormative Logik des Sports. Bielefeld: transcript verlag.

Veranstaltungsort
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie KJPP


2017

6. Februar 2017

Psychotherapeutische Begleitung der Transition

lic. phil. Dieter Eckel und Dr. med. Dorothea Müller

Die Referent_innen werden an diesem Abend die aktuellen Empfehlungen zur therapeutischen Begleitung respektive Psychotherapie von trans* Personen während ihrer Transition vorstellen und von den älteren Empfehlungen abgrenzen. Sie möchten gern gemeinsam mit Ihnen den Wert und die Begrenztheit von Behandlungsempfehlungen bezüglich eines so heterogenen Phänomens wie der Transidentität diskutieren.

Ort: KJPP

8. Mai 2017

Hormonelle und chirurgische Geschlechtsangleichung

Dr. med. Lucia Wehrle, Gynäkologin, Klinik für Reproduktionsendokrinologie USZ, und Dr. med. Britta von Stumberg, Plastische Chirurgin, niedergelassen in Zürich

Dr. Lucia Wehrle referiert über die Grundlagen und Möglichkeiten der hormonellen Therapie und gibt einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Präparate und deren Wirkungen.

Dr. Britta von Stumberg spricht über ein Teilgebiet der chirurgischen Massnahmen zur Geschlechtsangleichung. Sie hat sich vor allem mit Operationen an der Brust etabliert und führt sowohl Mastektomien bei Transmännern aus als auch Mammaaugmentationen bei Transfrauen durch.

Ort: KJPP

 

25. September 2017

Rechte von Transmenschen – das Wichtigste für Gesundheits-fachpersonen

MLaw Alecs Recher und Kolleg_innen der TGNS-Rechtsberatung

Transmenschen stellen sich verschiedenste rechtliche Fragen wie Änderung von Name und amtlichem Geschlecht oder Leistungsverweigerung durch die Krankenkasse oder die IV. Die Rechtsberatung von Transgender Network Switzerland (TGNS), die Transmenschen und ihr Umfeld zu Rechtsfragen aus allen Lebensbereichen berät, führt in die für Gesundheitsfachpersonen relevantesten Themen ein.

Ort: KJPP

11. Dezember 2017

Non-binäres Geschlecht – ein Leben ausserhalb der Kategorien «Frau» und «Mann»

Dr. Chri Hübscher

Wenn Menschen sich in den Kategorien «Mann» oder «Frau» nicht repräsentiert sehen, wird das auch non-binäres Geschlecht oder genderqueer genannt. Unter diesen Menschen gibt es solche, die sich als trans* sehen aber auch solche, die das nicht passend finden. Es gibt solche, die ein Bedürfnis nach Transition auf sozialer, medizinischer und/oder rechtlicher Ebene haben – vergleichbar mit der Transition von trans* Menschen mit einer binären Geschlechtsidentität. Es gibt aber auch solche, die ihren Weg ganz anders beschreiten. In jedem Fall stossen viele von ihnen wohl auf ganz spezifische Herausforderungen, die den trans* Menschen erspart bleiben, die sich innerhalb der Regeln herkömmlicher Zweigeschlechtlichkeit bewegen.

Ort: KJPP


2016

26. September 2016

Geschlechtervarianz. Wer trans* sagt, muss auch cis* sagen.

Dr. phil. Myshelle Baeriswyl

Wir können uns der Thematik des „Transsexualismus“ auf zwei Arten nähern: Mann_frau fragt nach Ursachen, Prävalenz, Diagnose, Komorbiditäten und Therapie. Das ist der klassisch stigmatisierende, pathologisierende Weg und die Domäne von Medizin und Psychiatrie. das Exklusionsprinzip. Trans* ist in dieser Lesart a priori eine Krankheit.
Oder wir fragen nach den gesellschaftlichen Verhältnissen, die ein bestimmtes Phänomen hervorbringen: nach der Genese von Zweigeschlechtlichkeit, den Ausschlusskriterien cis-heteronormativer Gesellschaften und thematisieren die Vielfalt an geschlechtervarianten Menschen. Das Prinzip der Inklusion.
So gesehen ist trans* ein „kulturelles Symptom“, das über die Konstruktion von Geschlechtszugehörigkeit in einer Gesellschaft Auskunft gibt: ein Phänomen, das auch ethnologisch, historisch und soziologisch gelesen und verstanden werden muss.

 Ort: USZ

12. Dezember 2016

Gendervarianz und Genderdysphorie im Kindes- und Jugendalter

Dr. med. Dagmar Pauli und Christian Gredig, Vater eines gendervarianten Kindes

Es werden Fragen der Beratung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsidentitätsfragen, gendervariantem Verhalten und Geschlechtsdysphorie und deren Familien besprochen. Behandlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. Unterschiedliche Herangehensweisen je nach Alter, Leidensdruck und Bedürfnissen der Betroffenen werden vorgestellt. Die Veranstaltung wird geleitet von Dr. med. Dagmar Pauli, die seit mehreren Jahren eine Sprechstunde zu diesem Thema anbietet. Herr Christian Gredig stellt die Thematik aus der Sicht des Vaters eines gendervarianten Kindes vor.

Ort: KJPP